Barrierefreier Urlaub mit Rollstuhl – Unsere Reisen nach Udine und Triest

Nachdem wir nach Graz gezogen waren, merkten unsere Kinder eines Tages an, dass sie eigentlich noch nie im Ausland Urlaub gemacht hatten. Das hat uns nachdenklich gemacht. Uns war klar: Auch mit Rollstuhl sollte Reisen möglich sein – als Familie, ohne Stress und ohne unnötige Hürden. Deshalb beschlossen wir, 2016 nach Udine und 2017 nach Triest zu reisen. Beide Städte schienen gut erreichbar zu sein und boten die Chance auf einen barrierefreien Urlaub mit Rollstuhl.

Zu beiden Reisezielen fuhren wir mit dem Bus. Im Jahr 2016 gab es die Koralmbahn noch nicht, daher reisten wir zunächst mit dem Bus nach Klagenfurt und von dort weiter nach Udine. Die Fahrt war zwar lang, aber insgesamt gut machbar. Im darauffolgenden Jahr ging es nach Triest. Laut Fahrplan sollte der Bus barrierefrei sein und auch Rollstuhlfahrer mitnehmen können. In der Realität kam jedoch ein ganz normaler Reisebus ohne Hebevorrichtung.

Das war ein schwieriger Moment. Ich musste die Stufen hinaufsteigen, was ohne Hilfe kaum möglich gewesen wäre. Mit Unterstützung anderer Fahrgäste schaffte ich es langsam, in den Bus zu kommen. Trotz dieses holprigen Starts verlief die Reise anschließend ruhig und ohne weitere Probleme. Solche Situationen zeigen leider, dass Barrierefreiheit oft nur auf dem Papier existiert.

In Udine übernachteten wir im Hotel Friuli, in Triest im Hotel Italia. Beide Hotels stellten uns Familienzimmer zur Verfügung, die vollständig barrierefrei waren. Besonders wichtig war für mich das Badezimmer, und hier gab es keinerlei Einschränkungen. Das trug viel zur Entspannung während des Urlaubs bei.

Beide Städte lassen sich mit dem Rollstuhl gut erkunden. In Udine konnte man sogar mit dem Bus zum Strand fahren, der rollstuhlgerecht gestaltet war. Für viele Familienmitglieder war es das erste Mal, im Meer zu baden – ein ganz besonderes Erlebnis. Wir besichtigten viele schöne Gebäude, auch wenn einige leider nicht barrierefrei zugänglich waren.

Barrierefreier Urlaub mit Rollstuhl in Udine – INA Assitalia Palast
INA Assitalia Palast

In Triest genossen wir lange Spaziergänge entlang des Meeres und erlebten dort einen wunderschönen Sonnenuntergang. Die Rückreise verlief deutlich besser: Alle eingesetzten Busse waren mit Hebevorrichtungen ausgestattet. Danach konnte niemand mehr sagen, dass wir noch nie im Ausland Urlaub gemacht hätten.

Barrierefreier Urlaub mit Rollstuhl in Triest – Sonnenuntergang am Meer
Triest, Sonnenuntergang

Fazit: Barrierefrei reisen braucht Planung – lohnt sich aber

Unsere Reisen nach Udine und Triest haben gezeigt, dass ein barrierefreier Urlaub mit Rollstuhl möglich ist, auch wenn nicht immer alles reibungslos verläuft. Gute Vorbereitung, flexible Planung und die richtige Unterkunft spielen dabei eine entscheidende Rolle. Besonders wichtig ist, sich nicht allein auf Fahrpläne oder Versprechungen zur Barrierefreiheit zu verlassen, sondern immer einen Plan B zu haben.

Trotz einzelner Schwierigkeiten überwiegen die positiven Erfahrungen deutlich: barrierefreie Hotels, gut befahrbare Städte und unvergessliche Momente wie das erste Bad im Meer oder ein Sonnenuntergang in Triest machen jede Mühe wett. Für unsere Familie waren diese Reisen ein wichtiger Schritt – sie haben gezeigt, dass Auslandsurlaub auch mit Rollstuhl möglich und bereichernd ist.

Wer mit eingeschränkter Mobilität reist, sollte sich nicht entmutigen lassen. Jede Reise bringt neue Erfahrungen, stärkt das Selbstvertrauen und erweitert den eigenen Horizont – für Erwachsene genauso wie für Kinder.